Eingetroffen: Olympus E-P1

Einleitung
blog_IMG_0244

Es muss nicht immer Nikon oder Canon sein. Schon seit langem warte ich auf eine Kamera mit wechselbaren Objektiven, welche auch noch Platz im Hosensack hat. Als Olympus die E-P1 vorstellte, wusste ich, dass dies meine Kamera sein könnte. Geworben wird mit dem Slogan: “Not a compact. Not a SLR. It’s a PEN.” Die PEN-F war damals in den 50er Jahren ein Wunderwerk der Technik. Die neue PEN E-P1 soll eine Hommage an diese grossartige Kamera sein.

Der Werbespot zur Kamera fand ich auch ganz gut, obwohl die Idee offensichtlich geklaut wurde…

In diesem ersten Beitrag geht es noch nicht um die fotografischen Qualitäten der Kamera, sondern vielmehr um die äusseren Werte. In einem nächsten Beitrag werde ich dann Bilderbeispiele liefern.

Verarbeitung  / Gehäuse
Ich bin überrascht, wie gut die kleine Kamera in der Hand liegt. Die Verarbeitung und das Material wirkt nicht billig. Die Objektivverschlussringe sind auch aus Metall. Die Kamera mit angeschlossenem Zoomobjektiv ist definitiv grösser als meine alte Lumix LX-2, aber wesentlich kleiner als die Nikon D60. Zur Zeit ist die E-P1 wohl die kleinste Spiegelreflexkamera der Welt, sieht man einmal davon ab, dass das Gehäuse gar keine Spiegel hat. Diese Reduktion hat leider auch seinen Preis: Ein optischer Sucher fehlt. Zur Verfügung steht ein riesiges Display mit Live-View Funktion. Ob das Display auch im grellen Sonnenlicht ablesen lässt, muss sich erst weisen… Auf jeden Fall hat die Kamera mit dem hier eingesetzten 14-42mm Zoom Objektiv keinen Platz in meinen Jeanshosentaschen. Aber im kleinen Velorucksack lässt sich das Ding wesentlich besser verstauen, als die Nikon. Das Objektiv lässt sich für den Transport speziell einfahren. Auf diese Weise ragt es weniger als 5cm aus dem Gehäuse. Bei der Nikon muss dafür schon fast 9cm veranschlagt werden.

blog_IMG_0245

Bedienung / Speicherkarte
Alle Bedienungselemente lassen sich auch mit meinen Wurstfingern sehr gut bedienen. Den Olympusingenieuren gelang es, ein Kameragehäuse zu entwerfen, welches auch mit grossen Händen gut in den Händen liegt und sich bedienen lässt. Die beiden kleinen Scrollräder hinten sind wirklich gut zu bedienen.

Toll auch, dass sich Olympus entschloss, bei der E-P1 die verbreiteten SD-Cards zu verwenden. Häufig setzt dieser Kamerahersteller xD-Karten ein. Diese sind zwar kleiner, aber weniger verbreitet. Somit ist kein weiterer Einkauf nötig.

Bilder: iPhone 3Gs

Fortsetzung folgt…

Kamera: Lumix DMC-LX1EG

060702Lumix

Obwohl genügend Hersteller Digitalkameras anbieten, ist es gar nicht so einfach, das richtige Modell zu finden. Seit langem bin ich auf der Suche nach einer Kamera, welche mir ein Objektiv mit 28mm Brenntweite (äquivalent zur 35mm-Filmkamera) bietet. Zusätzlich wünsche ich ein handliches Design und eine grösstmögliche und einfache manuelle Aufnahmekontrolle. Bis heute konnte ich mich für keine vorhandene, digitale Spiegelreflexkamera begeistern, da alle erhältliche Modelle zu teuer, zu gross und zu schwer sind und von den Funktionen, Verarbeitung und Bildqualität her meiner alten, analogen Nikon F90X unterlegen sind. Der Hauptgrund aber ist der, dass ich nicht bereit bin, eine kilogrammschwere Kameraausrüstung herumzuschleppen. Mein eigentlicher Modellwunsch wäre eine Leica M6 in digitaler Ausführung. Die angekündigte Lumix DMC-L1 kommt diesem Traum recht nahe, doch die Kamera ist mit ca. 2000$ schlicht zu teuer und weiter verbesserungswürdig, da für mich schon fast wieder zu gross.

Ich wählte schlussendlich die Panasonic Lumix DMC-LX1. Diese Kamera gefiel mir rein äusserlich, da sie sich vom Design her klar an die alten Sucherkameras orientiert. Tatsächlich offeriert das Gehäuse handliche Bedienungselemente wie Drehschalter oder Schieberegler, welches ein sichereres Steuern ermöglichen. Die restlichen Bedienungselemente sind klar angeordnet und von den Funktionen her logisch besetzt. Einziger Makel ist das Fehlen eines optischen Suchers. Doch das grosse 2,5″ TFT-LCD Display garantiert auch bei direkter Sonneneinstrahlung eine recht ordentliche Motivkontrolle. Die Menüführung ist logisch und man findet sich auch ohne ausführliches Studium der Bedienungsanleitung bald zurecht.
Überrascht hat mich vor allem die Möglichkeit, Bildwerte manuell zu kontrollieren. Ich habe noch keine Digitalkamera erlebt, welche es erlaubt, Blende, Zeit, Belichtungsausgleich und Schärfe so einfach zu kontrollieren. Wunderbar! Wer nicht immer mit der Automatik knipsen möchte, erhält mit dieser Kamera endlich eine ansprechende Steuerung.
Das Objektiv (f=28 bis 112mm/F2,8 bis 4,9) ist leider festverbaut und wurde von Leica hergestellt. Die Linsen sind asphärisch korrigiert, was verzeichnungsfreie Bilder versprechen soll. Erste Tests von mir, fielen vielversprechend aus.

Die Verarbeitung des Metallgehäuses ist vorbildlich. Keine Gummiklappen vor Anschlüssen wie bei Nikon, Canon und Co, sondern echte Hartplastikabdeckungen. Bravo! Die Kamera liegt gut in der Hand. Batterie und Speicherkarte lassen sich einfach auswechseln. Der Objektivdeckel sitzt fest und garantiert einen guten Schutz. Schade, dass kein genormter Mini-USB-Anschluss für die Dateiübertragung zur Verfügung steht. Wieder muss man sich auf die Suche machen, um ein Reservedatenkabel zu erhalten, da man so nicht auf vorhandene Kabel zurückgreifen kann. Dies kostet zusätzlich Geld.

Das Kameramodell war die erste überhaupt, welches einen 16:9 Bildsensor aufweist. Zuerst war ich gegenüber diesem Feature recht skeptisch. Als ich aber die ersten Bilder betrachten konnte, kam immer mehr Begeisterung auf. Die kleine Bauweise und der damit kleingeratende 8,4-Megapixel-CCD-Chip fordern ihren Tribut. Ein gewisses Bildrauschen und Fringing ist vorhanden. Dieses Problem kann aber mit Aufnahmen mit ISO100 umgangen werden. Auf eine grössere Bildempfindlichkeit wie ISO400 sollte bei dieser Kamera im Regelfall verzichtet werden. Die Bilder haben eine gute Farbbalance. Eine Nachbearbeitung am Computer gestaltet sich so einfacher. Wer eine noch grössere Kontrolle über die Bildbearbeitung erhalten möchte, greift auf das RAW-Format zurück. Damit werden erstklassige Bilder noch mehr möglich.

Ein grosses Plus und grosses Kaufargument ist der optische Bildstabilisator. Damit konnte ich gelungene Aufnahmen machen, bei denen ich sonst einen Blitz oder ein Stativ einsetzen musste. Unglaublich, was hier die Ingenieure vollbracht haben. Auch mit Zitterhänden gelingen Aufnahmen, die vorher so nicht möglich waren.

Mit der Lumix erhält man eine gutausgestattete, kompakte, qualitativ hochwertige und bedienungsfreundliche Kamera. Es muss also nicht immer Nikon oder Canon sein. Auf eine digitale Leica M6 warte ich halt noch immer. Doch durch die DMC-LX1 wird das Warten verkürzt.

060702Testbild
f=4.0, 1/400s, Brennweite 28mm, ISO 80, Blendenkorrektur: keine