Der Lion Server im Alltag
Mein Mac Mini, welcher mit Mac OS Lion Server (10.7.1) betrieben wird, schlägt sich nun ganz wacker. Insbesondere der iCal-Dienst hat sich im Alltag sehr gut bewährt. Kein MobileMe mehr! Die Adress- und Terminsynchronisation läuft über meine eigene IT-Infrastruktur und zwar perfekt! Das selbe gilt für Wiki-, Web-, VPN- und Profil-Manager-Dienste. Auch die Dateifreigaben läuft im eigenen, lokalen Netzwerk gut. Jedoch übers Internet hapert es da und dort noch, wenn die Verbindung nicht über VPN läuft…
Aus diesem Grund konnte ich mich mal mit etwas völlig anderem beschäftigen: Mit dem Podcast-Server… Falls dieser Text für einige schon wieder zu lange ist, kann man einfach dieses Symbol (Podcastsymbol)auf der Seitenleiste anklicken und schon hat man eine Vorstellung, um was es gehen könnte… 🙂

Kurz: Funktionsweise eines Podcast
Ein Podcast bietet eine Serie von Audio- oder Videosequenzen an. Er lässt sich über eine spezielle Abonnements-Software abonnieren. iTunes eignet sich dafür sehr gut. Im Bereich “Podcasts” im “iTunes Store” kann gratis auf ein umfangreiches Angebot zugegriffen werden.

Screenshot Podcast-Angebot auf iTunes

Screenshot: Podcast-Angebot auf iTunes

Diese angebotene Medieninhalte werden nicht auf den iTunes-eigenen Servern (iTunes Store) gespeichert, sondern sind nur ein Verweis (Newsfeed) zur angebotenen Datei. Die eigentlichen Mediendateien werden vom Podcast-Anbieter auf seinem eigenen Server zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe von iTunes lässt sich ein bestimmter Podcast abonnieren. iTunes weist den Anwender darauf hin, wenn ein Podcast-Produzent einen Inhalt zur Verfügung stellt und auf Wunsch lässt sich dieser in die lokale iTunes Mediathek runtergeladen.
Auf diese Weise lassen sich heute bequem Radio- oder Fernsehprogramm öffentlicher Anstalten, aber auch privater Anbieter angucken. Auch können diese Inhalte bequem auf einen iPod oder iPhone oder anderem Abspielgerät synchronisiert werden.

Eigene Inhalte veröffentlichen
Gerade im Unterrichtsbereich kann es durchaus nützlich sein, Medieninhalte ortsunabhängig zur Verfügung zu stellen (Siehe auch iTunes U). Aber auch im Musikbereich kann es spannend sein, eigene Clips einem Publikum zur Verfügung zu stellen. Somit braucht man grosse Dateien nicht per Mail- oder Fileserver rumzuschicken. Auch müssen die Dateien keinem Drittanbieter übergeben werden (bsp. mx3.ch) Bekannten schickt man einfach den “Feed”-Link, mit dem sich über iTunes das Angebot abonnieren lässt. Will man, dass dieser “Feed” auch vom iTunes Store gelistet wird, muss einfach einen Antrag an Apple gestellt werden. Dies habe ich allerdings nicht gemacht, da ich meine Angebote nur einem begrenzten Kreis anbieten möchte (den Besucherinnen und Besucher dieses Blogs).

In meinem eigenen Demo-Podcastprojekt stelle ich eine Auswahl Logic-Projekte zur Verfügung, die sich während der letzten Jahren meiner Tätigkeit angesammelt haben. Die Tracks demonstrieren gewisse Funktionen von Garageband oder Logic und/oder wurden bei Filmprojekten als Soundtrack eingesetzt. Hier sollen sie nun als Testmedien-Dateien herhalten.

Audiodatei “ver-postcasten”
Eine Podcast-Folge ist nichts anderes als eine Video- oder Audio-Datei. Mit Hilfe einer speziellen Software wird diese Datei an den Podcast-Server gesendet. In meinem Fall ist dies die Software “Podcast-Publisher”. Vorher habe ich im Lion Server, den entsprechenden Dienst “Podcast” aktiviert und einen Adminstrator aus der bestehenden Benutzerliste des Servers dafür definiert. Damit die Folgen auch von allen eingesehen werden können, muss in den “Einstellungen” der Zugriff “Alle” definiert werden:

Nun muss nur noch mit der Software “Podcast-Publisher” eine Audio- oder Videodatei erstellt werden. In meinem Fall nehme ich die mit Logic erstellte ACC-Datei und lasse sie einfach über “Medien importieren…” einlesen…

Nach dem erfolgreichen Importieren erscheint auf der virtuellen Korkwand eine neue “Postkarte”:

Wird auf den neu erstellten Eintrag geklickt, kann man im geöffneten Fenster unten rechts auf “Bereitstellen” klicken und schon wird die Datei auf den Server übertragen:

Ach ja: Die Servereinstellungen sind echt rudimentär und somit einfach:

Einfach die lokale IP-Adresse des Servers eintragen. Den gewählten Podcast-Administrator mit dessen Passwort und schon ist es geschafft.

Nach dem erfolgreichen Übertragen wird noch ein Fenster geöffnet, welches nachfragt, ob man den Podcast gleich ankündigen möchte. Bestätigt man dies, so öffnet sich der Mail-Klient mit einer vorgefertigten Nachricht, welche sich nun an beliebige Empfänger verschicken lässt…

In einem nächsten Schritt suche ich nach einer Lösung, wie ich diese Standard-Nachricht noch ins Deutsche übersetzen kann… 😉

Klickt nun eine Empfängerin oder ein Empfänger meiner Nachricht auf den Link, so wird automatisch iTunes geöffnet und mein Podcast abonniert. Die erste Datei wird nun automatisch heruntergeladen. Die restlichen “Folgen” bleiben auf meinem Server. Auf Wunsch lassen sich diese aber nachladen:

Auf diese Weise kann man nun einfach meine Podcast-Angebote verfolgen… Die angebotenen Dateien werden, wie gesagt, auf dem Mac Mini Server verwaltet und werden von dort automatisch von iTunes bezogen. Funktioniert tadellos! 🙂