Google Reader: Und weiter geht es

RSS
RSS (Rich Site Summary, später Really Simple Syndication) ist für mich nach wie vor der Webdienst, der mir erlaubt, Nachrichtenströme verschiedener Webseiten täglich im Auge zu behalten, ohne die entsprechende Site besuchen zu müssen. Gerade wer mobile Geräte benutzt, behält mit einer entsprechenden App auch unterwegs dutzende Webseiten im Blick.

Nachrichtenströme mit RSS verwalten
In einem speziellen Feedreader, auch Aggregator genannt, können abonnierte Webseiten verwalten werden. Man kann RSS-Nachrichtenströme thematisch ordnen, interessante Artikel abspeichern und weiterleiten. Einer der bekanntesten Feedreader ist Google Reader. In Kombination mit den hervorragenden iPad/iPhonen/Mac-Apps Reeder konnte ich meine Google Reader Kanäle attraktiv darstellen. Eine weitere bekannte Apps ist  Flipboard. Diese Anwendung erstellt aus den verschiedenen Nachrichten automatisch ein attraktives Webmagazin auf dem iPad zusammen.

Google stellt Google Reader ein
Am vergangenen Donnerstag hat der Google-Konzern in seinem jährlichen Frühlingsputz beschlossen, den Dienst am 1. Juli 2013 einzustellen. Laut Google werde der Dienst zugunsten sozialer Medien weniger benutzt.
Diese Ankündigung hat in der Netzwelt für grosse Unruhe gesorgt. Auch wurde eine Petition [Petitionsseite] gestartet, Google vom Vorhaben abzubringen. Dieses Anliegen wird jedoch auf taube Ohren stossen.

Aggregator Alternative feedly
Wer eine Alternative sucht, findet mit feedly sicher eine gute Lösung. Der Dienst bietet auch für mobile Geräte ansprechende Lösungen. Laut einem feedly-Blog Eintrag sind bereits 500’000 User von Google Reader auf feedly umgestiegen.

feverº – RSS Nachrichtenströme selber hosten
Ich habe jedoch mit feverº seit ein paar Wochen eine Lösung gefunden. Das interessanteste Feature ist, dass der Dienst auf dem eigenen WebServer läuft. feverº ist eine kleine Web-Applikation, die PHP und MySQL benötigt. Hat man einen eigenen Webserver mit diesen Diensten oder ein Hosting, kann man relativ einfach loslegen. Ist die Applikation einmal installiert, hat man wenig zu tun, denn Aktualisierungen werden automatisch installiert. Spiegel-Online hat feverº rezensiert.

Wer von Google Reader umsteigt, kann das entsprechende XML-File einfach generieren und mit feverº einlesen. Somit müssen die RSS-Feeds nicht neu abonniert werden. Besucht man mit einem Browser eine interessante Seite, kann man den RSS-Feed mit einem einfachen, vordefinierten Link in der Adressliste feverº übergeben.

Der Hersteller plant keine native iPhone oder iPad Applikation. Es wird jedoch für Entwickler eine API bereitgestellt. feverº wird bereits von Reeder in der iPhone Version unterstützt. Leider ist dies bei der iPad-Version nicht der Fall. Die Browserdarstellung der feverº-Seite auf dem iPad ist nicht gut gelöst. Wer auf eine gute Lösung angewiesen ist, muss auf ein wenig Bastelarbeit zurückgreifen, damit es einigermassen geht. Dieser Link hilft weiter. Falls sich in den kommenden Wochen nichts tut, werde ich selber mal gucken, ob ich fürs iPad eine Anwendung schreiben könnte…

Es lohnt sich übrigens den Dienst über einen Cron-Job zu aktualisieren. Somit lassen sich die Feeds relativ rasch anzeigen. Auf Ladezeiten kann dann verzichtet werden.

Fazit
Im Vergleich zu Google Reader ist feverº kaum zu vergleichen. Google Reader war die zentraler Anlaufstelle für alle Plattformen und Endgeräte. Die Bedienung von feverº ist im Vergleich ungewohnt und nicht so komfortabel. Der Mangel an nativer Apps für Mobilgeräte, macht die Bedienung gerade fürs iPad derzeit unmöglich. Abhilfe schafft nur Bastelarbeit oder das Entwickeln einer eigenen App. Wer aber mit einem iPhone auf den Dienst zugreifen will, ist mit Reeder von Silvio Rizzi bereits jetzt bestens bedient. Wann und ob die kommende iPad Version 2.0 von Reeder feverº unterstützen wird, ist noch unbekannt.

 

 

2 Antworten auf „Google Reader: Und weiter geht es“

  1. Ich hoffe vor allem, dass die iPad and Mac App reeder eine Lösung finden wird. Die ist wirklich gut und sollte kostenlos andere Anbieter unterstützen.

    Und hoffentlich halten die anderen Anbieter den Ansturm aus.

    Anmerkung:
    Kann es sein, dass Google wegen dem neuen Leistungsschutzrecht diese Entscheidung getroffen hat?

  2. Hallo Paul
    Ich habe das iPad-Mode-Script von niepi installiert. Es bietet wie auf den Screenshots minimal einen Mehrkomfort… Wenn ich mal Zeit habe, werde ich mich mit der API von feedafever auseinandersetzen. Vielleicht kann ich selbst etwas entwickeln. Ich setzte aber voll uns ganz auf Reeder. Mario Rizzi hat auf Twitter angekündigt, dass er an einer neuen Version arbeitet und dass wir uns nicht sorgen sollen! 😉

    Anmerkung:
    Kann es sein, dass Google wegen dem neuen Leistungsschutzrecht diese Entscheidung getroffen hat?

    Darüber wird da und dort diskutiert. Ich kann hier auch nur mutmassen.

    Gruss benz

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