Erst seit ein paar Stunden kann ich persönlich das neuste Social Community Netzwerk ausprobieren: Google+. Obwohl Facebook 700 Millionen Nutzer aufweist, steigt Google mit Google+ erst jetzt mit einem eigenen Sozialen Netzwerk ins Rennen. Einige Kommentatoren rechnen Google nicht einmal so schlechte Chance ein. Dies liegt an folgenden Gründen:

1. Informationen lassen sich mit ausgewählten Nutzern teilen (Cyrcles), statt mit allen Onlinebekannten. Dies ist ein gewaltiger Fortschritt. Warum soll ich auch meinem Chef mitteilen, dass ich gerade Film XY im Kino sowieso gesehen habe? Fotos von meiner Urlaubsreise möchte ich nur mit meinen direkten Familienangehörigen teilen und nicht gleichzeitig mit meinen Garten-Forenfreunden… Frei definierbare Freundeskreise machen es spielend einfach, spezifische Infos speziellen Gruppen zuzuordnen. Nachrichtenströme lassen sich thematisch anzeigen, was die Übersicht enorm erhöht.

2. Interessensströme (Sparks) lassen sich generieren. Diese sogenannten Sparks ermöglichen es, dass zu einem bestimmten Stichwort, Nachrichten zusammengefasst werden. So kann ich beispielsweise zum Thema Tennis Nachrichten sammeln lassen. So werden zurzeit die Plattformen “Google News” oder Youtube nach einem Thema durchforstet und Treffer feinsäuberlich aufgelistet.

3. Der Dienst “Hangouts” ermöglicht es mit Kontakten per Video- oder Textstream zu kommunizieren. Auch Facebook hat kürzlich eine Videolösung vorgestellt. Auch Mobil sollte dieser Dienst gut funktionieren.

4. Die Datenschutzeinstellungen sind viel übersichtlicher und einfacher zusammengefasst.

5. Google+ hat keine Werbung… bis jetzt.

Wer eine Weile mit Google+ herumhantiert hat, merkt bald, dass der Konzern sich mit der Umsetzung seiner Social Community etwas überlegt hat. Sascha Lobo bringt dies in seiner SPON-Kolumne so auf den Punkt: “[…] Google+ ist kein Facebook-Konkurrent. Google+ ist eine Medienrevolution im Pelz eines Facebook-Konkurrenten. Die DNS von Google+ ist nicht aus den sozialen Bedürfnissen eines Jungen erwachsen, sondern intelligent designt. Die Urfrage von Facebook, die jeder Nutzer durch seine Aktivitäten fortwährend beantwortet, lautet: Wer bist Du? Die Urfrage von Google+ lautet: Was interessiert Dich?”

Gerade dieses “Was interessiert dich” ist bei Google+ wesentlich besser umgesetzt. Das ganze ist so viel überblickbarer als bei Facebook.

Zurzeit läuft für Google+ noch immer eine Testphase. Teilweise zeigt sich der eine oder andere Fehler. Aber bereits jetzt lässt sich mit dem Dienst gut “arbeiten”.

Man kann sich nicht einfach für Google+ anmelden, sondern muss eingeladen werden. Die Freischaltung muss dann zusätzlich von Google vorgenommen werden, was Tage dauern kann…

Wer interessiert ist, kann sich bei mir melden. Sobald Einladungen wieder gestattet sind, werde ich ihm eine zuschicken. Für die Empfehlung brauche ich eine Mailadresse, welche mit einem Google-Konto verknüpft ist.