Seit ein paar Stunden erst läuft bei mir auf einem Testrechner das neuste Betriebssystem OS 10.7 (Lion). Wie bei jedem grossen Update, muss damit gerechnet werden, dass das eine oder andere nicht zu 100% funktioniert. Im schlimmsten Fall sind Totalausfälle von Funktionen einzuberechnen. Dieser Artikel soll helfen, ein paar Klippen zu umschiffen.
Das Herunterladen ging wegen dem gewaltigen Ansturm eher zäh. Aber über Nacht war die Installationsapplikation auf dem Rechner. Laut Agenturberichten sind bereits über 1 Million Downloads des Systems zu verzeichnen. Kein schlechter Start! Insbesondere darum, wenn man bedenkt, dass sich das neues System vorerst nur über den App Store beziehen lässt. Später wird man das System auf einem USB-Stick im Applestore kaufen können. In diesem Zusammenhang ein Link, wie man das heruntergelassene Lion für andere Macs verwenden kann oder sogar eine startfähige DVD erstellen kann (Link zu eggfreckles.net)
Die Installation über eine bestehende 10.6 Installation ist denkbar einfach. Alle meine alten Dateien, Programm und Einstellungen wurden in der Regel übernommen.
Navigieren [Update 2]
Gewisse Erneuerungen fallen sofort auf. Wer mit einem Trackpad arbeitet, stellt fest, dass das Scrollen nun in entgegengesetzter Richtung stattfindet. Wer sich partout nicht daran gewöhnen kann, findet in den Systemeinstellungen bei der Rubrik Trackpad die Möglichkeit zum ursprünglichen Scrollverhalten zurückzukehren.
Lästig: Wenn man beispielsweise mit einer normalen Maus oder einem Grafiktablet arbeitet, fällt einem sofort auf, wie lästig es ist, beim Bildschirm zu scrollen. Nach ein paar Sekunden werden nämlich die Scrollbalken ausgeblendet. Da diese unter 10.7 viel schmaler sind, ist es gar nicht so einfach, diese zu “treffen”. Das sonst intuitive Schollen wird so zur mühsamen Zielübung. Zum Glück lassen sich dieses Rollbalken permanent einblenden. Dies kann man machen unter Systemeinstellungen – Allgemein – Rollbalken einblenden…
Mission Control / Fullscreen [Update]
Ganz ehrlich: Mission Control mit der Fullscreen-Anzeige gefällt mir ausserordentlich. Gerade wenn man mit einem kleinen Bildschirm unterwegs ist, schätzt man die Möglichkeit, Anwendungen im Vollbildmodus anzeigen zu lassen. Dank Mission Control kann man zwischen diesen Anwendungen komfortabel hin und her switchen. Auch neue Gesten auf dem Trackpad helfen, rasch durch verschieden Seiten und Programme zu scrollen.
Für Systeme mit 2 Bildschirmen sind Fullscreen-Modi einfach gar nichts. Was hat sich Apple nur dabei gedacht… Und dieser graue Hintergrund – Bäh!
Probleme mit Altprogrammen und Netzwerkfestplatten
Wie immer bei neuen Betriebssystemen kann das eine oder andere nicht mehr funktionieren. Ein besonderes Augenmerk muss man bei älteren Softwarepaketen haben. Da kann schon das eine oder andere nicht mehr funktionieren. Insbesondere Programme, die auf Rosetta zugreifen, stellen unter dem neuen Betriebssystem unweigerlich ihren Dienst ein. Darunter gehört beispielsweise auch Microsoft Office 2004. Wer nicht sicher ist, ob seine Programme unter 10.7 noch laufen werden, kann sich einer Seite zum Thema informieren: roaringapps.com
Eine weitere Problemzone sind Netzwerkgeräte, insbesondere NAS-Systeme. Apple hat beim Lion die Protokolle abgeändert. Dies führt dazu, dass in vielen Fällen nicht mehr Kontakt mit dem NAS-System aufgenommen werden kann. Jedoch haben gewisse Hersteller bereits mit einer Firmware reagiert. Problematisch bleibt aber in den meisten Fällen die Anbindung mit TimeMachine. Viele Benutzer beklagen den Ausfall dieser Funktion unter 10.7. Dazu könnte aber folgender Tipp auf heise.de helfen… Ich würde jedoch warten, bis die Herstellerfirma eines entsprechenden Geräts ein offizielles Firmwareupdate anbietet.
Truecrypt [Update]
Mit Schrecken musste ich feststellen, dass sich Truecrypt-Container unter Lion nicht mehr öffnen liessen. Wird dies gemacht, erfolgt folgende Fehlermeldung:
Danke Google fand ich aber rasch eine Lösung auf dem Blog von Philipp Schmid. Auch ohne Neustart kann nun Lion Truecrypt-Container erfolgreich mounten. Ich musste dafür einfach in den Systemeinstellungen einmal die MacFuse-Einstellung anwählen…
FileVault 2
Das neue FileVault 2 bringt nicht nur eine stärkere Verschlüsselung mit sich, sondern verschlüsselt nicht nur den entsprechenden Benutzerordner, sondern gleich die gesamte Festplatte. Das ist super. Auf diese Weise kann nämlich bei einem Diebstahl nicht der ganze Rechner gekapert werden. Sobald der Einschaltknopf gedrückt wird, muss ein Benutzerpasswort eingegeben werden.
Leider muss man FileVault 1 zuerst deaktiveren. Das Entschlüsseln ging dann bei mir doch mehrere Stunden. In dieser Zeit konnte ich den Rechner nicht benutzen. Umso überraschter war ich dann aber, dass das erneute Verschlüsseln in FileVault 2 im Hintergrund geschieht. Das ging zwar auch mehrere Stunden. Den Rechner konnte ich aber beliebig verwenden. Auch Time Machine-Sparse-Bundles sind nun verschlüsselt.
Eine weitere Erneuerung in den Sicherheitseinstellungen ist, dass man klar definieren kann, welche Anwendung Ortungsdienste verwenden darf. Das finde ich äusserst praktisch.
Ausblick
Ich werde einen Mac Mini mit 10.7 Server ausstatten. Es geht mir darum zu schauen, ob die Dienste Dateifreigabe (fürs iPad), Push-Benachrichtigung, iCal-Server, Adressbuch-Server und Adressbuch-Server dafür verwendet könnte, um zukünftig meine iOS über die eigene “Wolke” abzugleichen. Über die Konfiguration und erste Erfahrungen werde ich berichten, sobald der zweite Mini geliefert wird.







