Einleitung
Dies ist der Dritte Teil in der Reihe NAS-Einsatz. Im ersten Teil ging es um eine allgemeine Einführung, was ein NAS-System überhaupt ist und für welche Zwecke es sich einsetzen lässt. Im zweiten Teil ging es, um die Entscheidungsfindung für ein geeignetes Gerät und erste Tipps zum Betrieb.
In diesem Teil gibt es praktische Tipps, wie das Gerät für Benutzer zu konfigurieren ist und wie mit der Fülle von Diensten und Anwendungen umzugehen ist. Die Bilder stammen aus dem Administrationsmenü eines QNAP NAS-Systems. Andere Systeme bieten aber eine ähnliche Menüstruktur an.
Zu Beginn folgt ein kleiner Exkurs, der das Prinzip des DHCP-Servers erklärt.
Kontaktaufnahme (Statische IP-Adresse verwenden)

Ein NAS-System ist ein eigenständiges Computersystem ohne Monitor, Tastatur und Maus. Der Zugriff erfolgt über ein Browserfenster. Dazu muss man einfach wissen, welche IP-Adresse dem Gerät vom Router zugewiesen wurde. Bei jedem Routerstart kann diese IP-Adresse wechseln. Standardmässig ist bei Routern der DHCP-Server (Wikipedia) eingestellt. Das heisst, Netzwerkgeräten werden dynamisch eine IP-Adresse zugewiesen. Diese IP-Adresse dient dem Netzwerk, einzelne Geräte im Netz zu identifizieren. Die einzelnen Geräte im Netzwerk müssen ja wissen, wem welches Datenpaket zugewiesen werden soll.
Das heisst, der Router als Zentralstelle in einem Netzwerk vergibt normalerweise einem Gerät eine IP-Adresse.

Das Bild oben zeigt ein mögliche Routereinstellung für den DHCP-Server (Dynamische Zuordnung) in der Routerkonfiguration. Der Router selbst beansprucht in diesem Beispiel für sich die Adresse 192.168.200.1.
Der erste Rechner, der eingeschaltet wird, erhält die Adresse 192.168.200.100. Wird Computer 2 eingeschaltet, erhält dieser die IP-Adresse 196.168.200.101. Der Drucker bekommt dann 196.168.200.102 usw. Das heisst die Geräte erhalten eine freie IP-Adresse in der Reihenfolge ihrer Anmeldung, bzw. Einschalten vom Router. Dies ist unpraktisch. Denn wenn nun Computer 2 sich am nächsten Tag als Erster einschaltet erhält dieser die IP-Adresse 192.168.200.101 zugewiesen.
Aus diesem Grund lässt sich jedes Gerät so einstellen, dass es sich eine bestimmte IP-Adresse vom Router holt, damit auch garantiert ist, dass das Gerät immer mit dieser IP-Adresse aufgerufen werden kann. Beim NAS-System macht man dies im Administrationsmenü (Systemadministration->Netzwerkeinstellung->TCP/IP->Bearbeiten):

Bei der letzten Zifferngruppe, wähle ich eine möglichst hohe Zahl, damit die unteren Zahlen frei bleiben für dynamische Geräte-IP-Adressen.
Wurde die Einstellung wie oben beim NAS-System konfiguriert, bekommt das Gerät nun in Zukunft die IP-Adresse 192.168.200.240 vom Router zugewiesen. Im Browser muss nun bloss diese Zahlengruppe eingegeben werden und schon werde ich mit dem Administrationsmenü verbunden. Mein Leben als Administrator ist nun viel einfacher, da ich nun Drucker/NAS/weitere Arbeitsrechner/Webcam gezielt mit einer klar definierten IP-Adresse ansteuern kann.
Zugriffskontrolle

Es lohnt sich je nach Grösse und Anzahl Teilnehmer Gedanken zu machen, wie eine Zugriffskontrolle auszusehen hat. Ich empfehle für jeden Benutzer im Netzwerk einen Namen mit Passwort für das NAS-System zuzuweisen. Auch als alleiniger Nutzer eines NAS-Systems würde ich beispielsweise nicht ständig als Administrator Zugriffe machen, sondern auch für mich selbst einen USER-Account erstellen. Dies erhöht die Sicherheit, weil ein normaler User keinen Zugriff auf die Administrationeebene hat. Ich habe auch für zugreifende Geräte eine Benutzerkonto erstellt. So hat die Webcam, der Wetterstationscomputer oder auch die Multimediabibliothek einen eigenen Benutzeraccount.
Falls es mehrere Benutzer gäbe mit gleichen Befugnissen, empfiehlt es sich Gruppen zu bilden. Dadurch muss nicht jedes Mal ein einzelner Benutzer administriert werden, sondern er wird einfach einer Gruppe mit bestimmten Rechten zugeordnet.
Hinter der Rubrik “Freigabeordner” versteckt sich meines Erachtens die wichtigste Einstellung. Hier wird definiert, welche Ordner, welchem Benutzer, bzw. welcher Gruppe zur Verfügung gestellt wird. Wird hier nichts freigestellt, kann auf das NAS-System nicht zugegriffen werden.
Bei der Funktion Kontingent kann für einzelne Benutzer/Gruppen ein Datenkontingent festgelegt werden. Dies lohnt sich aber nur dann, wenn viele Benutzer eigene Daten aufs NAS-System hochladen wollen und Platz dort knapp wird.
Netzwerkdienste und Anwendungen

Dies ist mit Sicherheit ein ganz zentraler Abschnitt. Netzwerkdienste und Anwendungen definieren Aufgaben, die das NAS-System zu verrichten hat. Werden keine Dienste eingeschaltet oder Anwendungen installiert, läuft nichts. Für jede Arbeitsumgebung sind aber andere Vorraussetzungen da. Es lohnt sich, genau abzuklären, welche Aufgaben das NAS-System zu bewältigen hat. Der Einfachheit halber alle Dienste zu aktiveren, damit auf jeden Fall alles läuft, ist nicht zu empfehlen. Insbesondere dann nicht, wenn das System später auch im Internet erreichbar sein soll. Ich habe zum Beispiel die nicht von mir benötigten Dienste wie NFS, FTP und Telnet/SSH ausgeschaltet.
Für die Anwendungen gilt das selbe wie für die Netzwerkdienste: Soviel wie nötig, so wenig wie möglich.
Die Sicherung der Sicherung
Ein NAS-System kann primär als Datensicherungssystem benutzt werden. Backups lassen sich darauf bequem ablegen. Wer mit Mac arbeitet, kann die NAS sogar mit Time Machine verwenden. 
Das NAS-System bringt aber auch Möglichkeiten mit sich, die NAS-Daten selber abzusichern. Wie schon im ersten Teil geschrieben, können an das System weitere externe Festplatten angeschlossen werden. Diese Festplatten können automatisch in ein Backupintervall eingebunden werden. Diese Sicherungen werden von der NAS automatisch gemacht. Der User kann einfach entscheiden, ob dieses Backups laufend erstellt werden oder einfach jeweils über Nacht durchlaufen.
Fazit und Ausblick
Dies war der 3. Teil meiner NAS-Reihe. In einem letzten 4. Teil wird es darum gehen, mein NAS-System gegen aussen zu öffnen, damit auch vom Internet zugegriffen werden kann.