Erfahrungsbericht: NAS – Entscheidungshilfe (Teil 2)

Einleitung

Im ersten Teil habe ich Grundsätzliches erklärt, was ein NAS-System ist und wie es eingesetzt werden kann. Ich habe mich persönlich für ein “Einsteigermodell” entschieden, weil ich noch nicht sicher bin, wie sich meine Bedürfnisse entwickeln werden. Hier gilt, je teurer das Gerät, desto leistungsfähiger. Wie in meinem ersten Teil geschrieben, ist ein NAS-System ein autonomes Computersystem. Ähnlich wie bei normalen Computern kann man verschiedene Prozessortypen auswählen. Es gibt Unterschiede im eingesetzten Betriebsystem, eingesetztem Arbeitsspeicher und den gebotenen Netzwerkgeschwindigkeiten (Upload/Download Geschwindigkeiten). Es gibt verschiedene Gerätephilosophien.

Somit gibt es auch von der Preisspanne her ein breites Angebot, beginnend von 200 Franken bis mehreren tausend Franken.

Keine lahme Leitung

Zu beachten ist, dass die Durchsatzrate bei einem Netzwerkspeicher nicht so hoch ist, wie bei einer direkt angeschlossenen Festplatte über USB 2 oder Firewire Verbindung. Wer Netzwerkswitches und Kabel mit dem Standart 10/100 (Fast-Ethernet) einsetzt, soll sich lieber ein günstigeres NAS-System anschaffen und dafür sein lokales Netzwerk durchgängig auf 10/100/1000 (Gigabit-Ethernet) aufrüsten. Auf diese Weise kann ein ähnlicher Komfort wie bei USB 2 Festplatten erreicht werden (Auch wenn das NAS-System im Keller steht).

Qual der Wahl

Als es bei mir darum ging, das richtige Gerät zu finden, viel die Auswahl letztendlich auf folgende 4 Geräte:

  • QNAP TS-210 (Linux, 1.06GHz Prozessor mit 512 MB RAM)
  • QNAP TS-219P (Linux, 1.2GHz Prozessor mit 512 MB RAM)
  • Synology DS210j (0.8GHz Prozessor mit 128 MB RAM)
  • Synology DS210+ (1.06GHz Prozessor mit 512 MB RAM)
  • Natürlich gäbe es auch gute Geräte aus den Häusern HP, Netgear und anderen!

Bei den vier gelisteten Geräten oben ist gemeinsam, dass sie Einschübe für 2 interne Festplatten bieten. Daneben können per USB 3 weitere Festplatten angeschlossen werden (DS201j: 2 USB HDs). Auch wollte ich ein Gerät, welches von der Funktionalität keinen Kompromiss erfordert. Die Vier Geräte oben erfüllen all diese Anforderungen, unterscheiden sich einfach bei der Performance und beim Preis.

Vergleiche

Die Software ist bei Synology und QNAP vergleichbar. Das heisst, dass NAS-System lässt sich einfach über den Browser steuern. Dazu gibt man einfach die IP des NAS-Systems in den Browser ein und loggt sich als Administrator ein (Siehe Bild unten:)

Auf diese Weise lässt sich das System zu Beginn sofort in Betrieb nehmen. Die wichtigsten Einstellung sind dank einem Erstkonfigurationsprogramm rasch vollbracht und das NAS-System lässt sich nach wenigen Minuten bereits für erste Aufgaben einsetzen. Die mitgelieferte Dokumentation fürs Gerät mag recht bescheiden sein. Eindrücklich sowohl bei QNAP, wie auch bei Synology, ist die riesige Internetcommunity. Bei beiden Systemen wird auf jeweiligen Foren fleissig geschrieben und breitwillig auf Fragen geantwortet. Somit kann man bei diesen beiden Gerätemarken keinen Fehler machen, da Unterstützung gerne angeboten wird. (Siehe Linksammlung ganz unten im Text)

Entscheidung

Ich entschied mich letztendlich für das Gerät, welches derzeit für mich das beste Preis-Leistungsverhältnis bot. Dies war das Gerät QNAP TS-210. Dazu kamen noch 2 Festplatten mit einer Kapazität von je 2 Terrabyte. Somit hat das System eine Speicherkapazität von knapp 4 Terrabyte (TB). Dies entspricht etwa der Kapazität von 4’000 Gigabyte (GB). Abgesichert wird das System von 2 weiteren, externen USB-Festplatten, welche automatisch die wichtigsten Daten täglich sichern.

Energieverbrauch / Geräuschentwicklung

Es ist zu empfehlen, dass ein USV-System die Anlage vor Stromausfällen, Stromschwankungen und Blitzen schützt. Auf diese Weise konnte ich auch den Energiebedarf meines jetzigen NAS-Systems messen. Läuft das NAS-System und wird auf eine externe USB-Festplatte zugegriffen benötigt die Gesamtinstallation etwa 40-60 Watt. Läuft einfach das NAS-System mit den angehängten Platten und wartet auf Arbeit, wird 20 Watt benötigt. Über Nacht schaltet das NAS-System selbständig ab und startet morgens wieder automatisch. Der Standby-Verbrauch liegt dann bei etwa 2 Watt.

Mein NAS-System habe Dank einem USV-System gegen jegliche Art von Stromstörungen geschützt. Wie aus dem Bild oben ersichtlich ist, kann das System bei einem kompletten Stromausfall noch knapp 50 Minuten weiterarbeiten. Ich habe es jedoch so eingerichtet, dass nach fünf Minuten runtergefahren wird. Sobald der Strom wieder da ist, fährt das System wieder hoch.

Da ich gegenüber Geräuschen eher empfindlich bin, steht das NAS-System mit den Festplatten nicht in meinem Büro. Je nach verbauter Festplatte ist das System eher leiser oder lauter. Je nach Plattenzugriff können auch leichte Vibrationen wahrnehmbar sein. Ich empfehle es, das Gerät so einzuplanen, dass es nicht unbedingt auf dem Pult zu stehen kommt.

Ein Tipp und Vorschau zum 3. Teil

Wenn das System ein erstes Mal konfiguriert wird, ist die Versuchung gross, sämtliche Dienste zu aktiveren. Ganz nach dem Motto, man weiss ja nie, ob man es doch mal brauchen könnte! Hier lohnt es sich aber nach dem Prinzip zu fahren: Weniger ist mehr! Denn: Dienste werden für jeden Zweck angeboten (Siehe Bild unten). Jedoch nur ein paar Wesentliche braucht der durchschnittliche User für sein System.

Wird das System zu stark mit Diensten und Zugriffsmöglichkeiten geöffnet und wird gar eine NAT-Weiterleitung ermöglicht, dann kann es rasch passieren, dass erste versuchen, in das System einzudringen.

Wie man das System gegen Aussen absichert, werde ich im 3. Teil erläutern.

Linksammlung:

http://www.synology-forum.de/ (Deutsch)

http://forum.qnapclub.de/ (Deutsch)

http://forum.nas-portal.org/ (Deutsch – Allgemeines Forum zum Thema NAS)


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