Erfahrungsbericht: NAS (Teil 1)

Hintergrund
In diesem Beitrag geht um eine allgemeine Einführung ins Thema NAS. In einem nächsten Teil werde ich konkreter auf meine Einsatzzwecke eingehen.

Das Bedürfnis nach Festplattenplatz wird stets grösser. Umfangreiche Fotodatenbanken, die Musiksammlung, ein paar archivierte DVD-Filmprojekte, oder mehrere Jahrgänge verschiedener Zeitschriften erfordern viel Speicherplatz. Dazu kommen noch Backups wichtiger Daten und das Bedürfnis, Zugriff auf gewisse Medien von überallher zu haben.

Dateien zur Verfügung stellen
Gerade für letzteren Wunsch, Daten im Netzwerk zur Verfügung stellen, eignet sich eine herkömmliche Festplatte (Direct Attached Storage) nicht, da die Daten nur diesem einen Computer zur Verfügung stehen. Wer zum einen nicht ständig Umstecken möchte, kann zum anderen auch durch die Dateifreigabe-Funktionen Daten im Netzwerk zur Verfügung stellen. Im letzten Fall laufen aber mindestens 2 Computer. Ein sogenannter NAS (Network Attached Storage) eignet sich als zentraler Datenspeicher ideal.

Ein NAS ist wird nicht über UBS oder Firewire direkt an einen Rechner gehängt, sondern wird ans lokale Netzwerk angeschlossen. Somit ist das Gerät auch für alle Geräte innerhalb des eigenen Netzwerkes verfügbar (Siehe Bild unten). Alle Computer oder Medienabspielgeräte in einem Haushalt können darauf zugreifen und Daten beziehen oder darauf ablegen.

Die Zeichnung oben zeigt ein Netzwerkschema. Zu beachten ist die weisse Fläche, welche ein lokales Netzwerk mit Arbeitsstationen, Peripheriegeräten und NAS zeigt.

Grundsätzliches zu einem NAS

Ein NAS ist nicht einfach eine Festplatte mit einem Netzwerkanschluss. Ein NAS ist ein Computer ohne Bildschirm und arbeitet, einmal eingerichtet, völlig autonom. Nur braucht er im Vergleich mit einem herkömmlichen Computer viel weniger Energie. NAS werden durch spezielle Windows- oder Linuxsysteme angetrieben. Die Software stellt Verbindungen her, damit auf Daten zugegriffen werden können. Auch das Energiemanagement läuft darüber. NAS-Systeme bieten aber heute noch viel mehr.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Weil NAS-Systeme mit speziell angepassten Betriebssystemen angetrieben werden, können die Geräte nicht nur als Festplatte für alle Betriebssysteme eingesetzt werden. Systeme beispielsweise von QNAP oder Synologoy bieten viele weitere Einsatzmöglichkeiten wie:

  • Web-Dateimanager – Über den Browser, können Benutzer Dateien hoch- und runterladen
  • Webserver mit MySQL, PHP und Perl – damit lässt sich eine komplette Webseite betreiben
  • Multimediastation – Fotos und andere Medien werden von der NAS verwaltet
  • Downloadstation – grössere Datenmengen lassen sich autonom und zeitgesteuert runterladen
  • iTunes-Dienst – Zentral gespeicherte Musikfiles  und Wiedergabelisten lassen sich von allen Macs über iTunes abspielen
  • UPnP-Medienserver – Ähnlich wie der iTunes-Dienst, nur das Internetradios, X-Box360, PS3, Mediencenter darauf zugreifen können
  • Backupsystem (Je nach Gerät wird unter anderem sogar Apple Time Machine unterstützt!)
  • Drucker-Server (Ein am NAS-System angeschlossener USB-Drucker lässt sich von überall her einsetzen.)
  • Überwachungsstation (Ein Webcam sendet Bilder an das NAS-System. Von dort lassen sich die Bilder auswerten und archivieren)

Doch auch in diesem Bereich gibt es eine riesige Community, welche viel Know-How zur Verfügung stellt und die Geräte laufend mit neuen Funktionen erweitern. So gibt es Erweiterungen für Programmiersprachen, Shoppingsysteme, CMS (WordPress, Joomla)  oder weitere Multimediaschnittstellen.

Doch auch die Hersteller selbst liefern durch Updates ständig neue Funktionen nach. Somit eignen sich NAS-Systeme für immer breitere Einsatzgebiete.

Vorteile

Ein NAS kann grosse Datenmengen bewältigen und verschiedenen Geräten gleichzeitig zur Verfügung stellen. Es ist ein gutes Hilfsmittel um Backups zu erstellen oder bestimmte Ordner/Dateien/Dienste allen Netzwerkteilnehmern zur Verfügung zu stellen.

Ein NAS kann durch Erweiterungen zu einem kompletten Server erweitert werden, der Web- und Maildienste zur Verfügung stellt. Eine grosse Community eröffnen ständig neue Möglichkeiten und Einsatzbereiche.

Ein NAS verbraucht weniger Energie als ein PC mit den selben Diensten und läuft unabhängig.

Nachteile

Je nach dem welche Ziele mit dem NAS erreicht werden möchten, ist der Konfigurationsaufwand recht gross. Dazu mehr im Teil 2.

Schreib- Lesegeschwindigkeit ist nicht so schnell, wie bei einer direkt angeschlossenen Festplatte über USB2 oder Firewire.

Schlussbemerkung

Dieser Beitrag ist eine Einführung ins Thema NAS. In einem weiteren Teil werde ich darauf eingehen, wie ich persönlich meinen NAS einsetze und worauf ich besonders achten musste.

Ein Gedanke zu “Erfahrungsbericht: NAS (Teil 1)

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