
© Cardow, The Ottawa Citizen
Übersetzung:
Ein 23-jähriger Nigerianer mit dem Namen Umar Farouk Abdulmutallab war auf der Beobachtungsliste…
Er kaufte ein Ticket für 2’831 Dollar  und zahlte bar, hatte kein Gepäck bei sich und hinterliess keine Kontaktinformationen…
Trotzdem war er in der Lage, Flug 253 anzutreten und konnte das Flugzeug beinahe in die Luft jagen…
Währenddessen auf einem Flughafen in Ihrer Nähe… “Treten Sie vom Nagelknipser weg, Grossmutter!
Die Nachricht über den vereitelten Bombenanschlag in einem Flugzeug über Weihnachten hat nicht nur für dicke Schlagzeilen gesorgt. Die Geschichte hat eine gewaltige Diskussion zum Thema Sicherheit losgetreten. Insbesondere die Nacktscanner spielen als mögliche Heilsbringer eine gewichtige Rolle. Was vor kurzer Zeit auf grosse Ablehnung gestossen ist, wird als Sicherheitsgewinn wieder in die laufende Debatte gebracht.
Im Feuillton der NZZ vom gestrigen Samstag, 9.1.2010, fand ich unter dem Titel “Nackt sind wir doch schon” ein, meines Erachtens, guter Artikel zum Thema. Es wird nicht nur auf die Nacktscanner-Debatte eingegangen, sondern zeigt auf, dass was unsere Neigungen und Interessen, Leiden und Bedürfnisse angeht, wir schon längst nackt sind. Mit den Körper-Scannern auf den Flughäfen nimmt diese informationelle Blösse, wie der Autor schreibt, bloss noch eine Wendung ins Anschauliche. Stichworte dazu sind Wirtschaftsunternehmen, welche unsere Kundendaten sammeln, auswerten, katalogisieren, für unbestimmte Zeit ablegen und für Interessierte zur Verfügung stellen. In vielen Fällen ist dies komfortabel: Mehr gefühlte Sicherheit, angepasste Dienstleistungen und Produkte. Doch die Kehrseite der umfassend gescannten Welt: “Ihre und unsere Nacktheit ist ebenso sehr Bedrohung wie Verlockung.”
Eine unnötige Diskussion also und Grund die Debatte der Einfachheit halber abzuwinken? Â Ich glaube nicht.