Aperture: Kurzbericht

Einleitung
Auf der Suche nach einer neuen Bildverwaltungs- und Bearbeitunssoftware bin ich auf Aperture von Apple gestossen. Um es vorwegzunehmen: Aperture verlangt einen äusserst leistungsfähigen Rechner. Mein MacBook Pro mit Intel Core 2 Duo Prozessor (2.16GHz) und 3 GB RAM kommt arg ins Schnaufen, wenn mit Aperture gearbeitet wird. Insbesondere Bildanpassungen und ein externer TFT-Bildschirm mit einer Auflösung von 1920×1200 Bildpunkten verlangen ihren Tribut. Denn die Software braucht vor allem eine leistungsfähige Grafikkarte. MacBook- und Mac Mini-Anwendern empfehle ich diese Software aus diesem Grund nicht. Der Wunsch nach einem schnelleren Rechner wird so unausweichlich folgen. Auch kann man auf ein weiteres Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop nicht verzichten. Jedoch erlaubt es Aperture die gängigsten Bildkorrekturen schnell und unkompliziert zu erledigen.

Eine Alternative wäre Adobes Lightroom. Dieses vergleichbare Programm arbeitet auch auf älteren Rechnern zügig. Ich entschied mich aber für Apples Lösung, da ich mich das Programm vor allem in der Disziplin der Bildverwaltung überzeugen konnte. In Aperture habe ich als Anwender die Wahl, ob ich meine Bilder in einer zentralen ApertureBibliotheksdatei verwalten möchte oder ob ich eine eigene Ordnerstruktur auf einem oder mehreren beliebigen Medien haben möchte. Letzteres sagte mir besonders zu, denn auf diese Weise konnte ich meine alte Dateiorganisation einfach beibehalten. Ein tolles Plus!

Verwaltung
Sind die Bilder einmal importiert, lassen sie sich im Programm Fotografien auf vielfältige Art und Weise ordnen. Es stehen Projektordner zur Verfügung, in denen sich Bilder einzelnen Themenschwerpunkten zuordnen lassen. In diesem Projektordner lassen sich beliebig viele Alben erstellen. Ähnlich wie bei iTunes lassen sich auch intelligente Ordner erstellen, welche automatisch Bilder zusammenstellen, die klar definierten Kriterien angehören (Zum Beispiel habe ich einen Ordner, der alle Katzen-Bilder beinhaltet. Da der Ordner meine Bibliothek automatisch nach allen Bildern mit dem Schlagwort “Katze” durchsucht.). Auch alle Metadaten (Schlagwörter, IPTC, EXIF, usw.) lassen sich zeitsparend verwalten und edititeren. Leider kann man EXIF-Infos nicht editieren. Dazu muss auf ein anderes Programm zurückgegriffen werden.

Genial finde ich die Funktion “Stapeln”. Damit ist es möglich eine Serie von Bildern automatisch zu einem Stapel zusammenfassen zu lassen. Hierbei ist es möglich, ein einzelnes Bild daraus als Referenz zu bestimmten. Somit lassen sich grössere Bildserien leicht und übersichtlich zusammenfassen. Die Stapel lassen sich jederzeit wieder zu lösen.

Mit Aperture lassen sich Stapel erstellen

Bild oben: Stapel offen

Aperture Stapel geschlossen
Bild oben: Stapel geschlossen

Sicherheitskopien
Um einen Datenverlust zu verhindern, bietet Aperture eine einfache Sicherheitskopiefunktion. Eine externe Festplatte oder ein anderes beschreibbares Medium lässt sich im Handumdrehen definieren. Ab diesem Zeitpunkt genügt ein Knopfdruck, um die Aperture-Bibliothek zu sichern. Somit ist sichergestellt, dass durch einen Festplattencrash ein grosser Bildverlust eintreten kann.
Auch ist es praktisch unmöglich Originale Bilder durch eine Bearbeitung zu verlieren. Bevor ein Bild editiert wird, erstellt Aperture eine Arbeitskopie. Nur diese Kopie wird bearbeitet und neu abgespeichert. Die originale Datei wird nie angetastet. Somit wird sichergestellt, dass man plötzlich ohne “Negative” dasteht.

Bildbearbeitung
Wie schon weiter oben angetönt, vermag Aperture ein ausgewachsenes Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop nicht zu ersetzen. Jedoch kann man mit Aperture viele Bildkorrekturen erledigen und somit rasch eine Fotografie für den Print vorbereiten. So lassen sich Bilder drehen, begradigen und beschneiden. Ein Reparaturstempel hilft, Flecken oder Staub zu entfernen. Das Werkzeug “Rote Augen” entfernt zuverlässig rote Augen. Dazu gehört auch Schärfungswerkzeug oder die Möglichkeit Störungen zu entfernen.

Zentral ist natürlich das Fenster “Anpassungen”. Es bietet die Möglichkeit Tonwerte zu korrigieren, die Belichtung zu steuern, Glanzlichter und Schatten zu korrigieren, die Farben anzupassen, einen Weissableich durchzuführen, mit dem Farbmixer kann das Ausgangsbild selektiv gesteuert werden oder ein Farbbild in eine Schwarz-Weissbild umgewandelt werden.

Aperture ist besonders stark darin sogenannte RAW-Bilder zu korrigieren. Für mich bietet das Programm nun die Möglichkeit, mit meinen Kameras aufs RAW-Format umzusteigen.

Die Vollbildanzeige ermöglicht es, beispielsweise ein Originalbild mit der bearbeiteten Arbeitskopie zu vergleichen (Siehe Bild unten):

Ein weiteres praktisches Werkzeug ist die Lupe. Mit diesem Instrument ist es möglich, jederzeit und in jeder Umgebung ein Bild zu untersuchen. Dies funktioniert mit jedem Bild, welches auf dem Bildschirm sichtbar ist. Auch bei den kleinen Voransichten. Ich habe diese Funktion bereits liebgewonnen! (Beispiele Siehe unten)


Bild oben: Lupe in Action…


Bild oben: Die Lupe funktioniert auf jedem Bild!

Exportieren
Aperture erlaubt es auf vielfältige Art und Weise Bilder zu exportieren. So lassen sich nicht nur Bilder kopieren, verschieben und duplizieren. Aperture arbeitet auch perfekt mit allen iLife-Programmen zusammen. So ist es kein Problem mit iWeb eine Galerie zu erstellen. Die Aperture-Bibliothek steht jeder Anwendung mit iLife-Schnittstelle zur Verfügung. Dies ist äusserst praktisch und ein Gewinn gegenüber Konkurrenzprodukten, weil sich so Bild verwenden lassen ohne die Aperture-Anwendung direkt offen zu haben.

Papierabzüge von Fotos lassen sich ohne Zwischenschritt bestellen. Dazu braucht man einfach einen Apple-Account und schon werden die Fotos geliefert. Auch Fotobücher lassen sich auf diese Weise leicht ordern. Wie die Qualität des angebotenen Kodak-Labors ist, kann ich mangels Erfahrung nicht sagen.

Fazit
Dies ist nur ein kurzer Überblick über die wichtigsten Funktionen von Aperture. Viele wichtigen Hinweise liefert Apple selbst auf der Homepage. Die Software ist für mich ein riesiger Gewinn. Früher verwendete ich Microsoft Expression Media. Dieses Programm hiess früher iView Media Pro. Gerade mit den Bildbearbeitungsfunktionen ist Aperture ein riesiger Fortschritt. Allerdings braucht das Programm gewaltige Systemressourcen. Nur mit den neusten Mac-Modellen der Profi-Reihe lässt sich flüssig arbeiten. Und dies auch nur dann, wenn der Grafik- und Arbeitsspeicher grosszügig ausgelegt ist. Gerade mein altes Programm war hier bedeutend genügsamer. Aber auch Adobes Lightroom arbeitet merklich schneller und bietet vergleichbare Funktionen.

Ich hoffe, dass Apple in einer weiteren Version die Performance zu steigern vermag. Version 1.0 von Aperture lief damals nur auf dem schnellsten Mac Pro wirklich flüssig. Nun sind wir bei Version 1.5.6 angekommen und es lässt sich mit einem MacBook Pro gut arbeiten. Es besteht also Hoffnung.