… die Welt steht still, ein schööööööner Taaaaaag! *dudelidum*
Archiv für den Monat Oktober 2005
Zum Stichwort “Vogelgrippe”
Robbie Williams, Kinotipp und DVDs
Um es kurz zu machen, selbst wenn die CD nur 19.90 Fr. gekostet hat, wäre das Geld besser anders investiert worden. Nur schon der erste Satz, der gesungen wird, macht klar, dass Robbie Williams wohl seine Energie anders eingesetzt und dabei wohl komplett verbraucht hat. “Here I stand, victorious. The only man who made you come.” Schade, er sollte lieber an seinen Texten und Melodien feilen. Oder besser: Songs einfach singen und nicht noch schreiben. Stephen Duffy, sein neuer Partner, hat hier klar die Erwartungen nicht erfüllt. Dafür vermisse ich schmerzlich die Arbeit von Guy Chambers.

Wer also knapp 20 Franken im Portemonnaie hat, empfehle ich, den Kinofilm “Wallace & Gromit in the curse of the were-rabbit” zu schauen. Der Film ist witzig, spannend und zeigt ein paar sehr feine Momente. Das ganze ist in gewohnter Manier von Steve Box und Nick Park produziert worden. Schön, was man alles mit Stop-Motion machen kann. Ich freue mich schon auf die DVD. Den Hasenstaubsauger muss man einfach gesehen haben!
Als aktuelle DVDs empfehle ich “Batman begins”, der mich in seiner Machart und Geschichte positiv überraschen konnte. In den zwei Stunden Film wird eine solide Geschichte gewoben, die mich packte. Schade, sind in diesem Film die Kampfszenen so rasch geschnitten, dass ich mit schauen gar nicht mehr nachkam. Musste man in dieser Disziplin die schlechte Leistung der Schauspieler kaschieren? Also schön oder gar angenehm finde ich diesen Manga-Style nicht mehr. Dies war aber auch gleich der einzige Makel des Filmes. Wer sowieso gerne die Batman-Streifen guckte, wird von diesem Film nicht enttäuscht. Auch wenn leider Tim Burton nicht mehr dabei ist.
Apple aktualisiert die Profi-Serie und stellt neue Software vor

Gestern stellte Apple neue Powerbooks und Powermacs vor. Die Powerbooks erhielten ein kleines Update. Interessant ist dabei vor allem die verbesserte Grafikkarte und verfeinerte Bildschirmauflösung bei den 17″- und 15″-Modellen. Auch haben nun alle Powerbookmodelle serienmässig einen eingebauten DVD-Brenner. Enttäuscht bin ich vom kleinsten und für mich doch interessantesten Modell. Das 12″-Powerbook weist kein Double-Layer DVD-Laufwerk auf. Auch wurde die Bildschirmauflösung nicht erhöht. Die Grafikkarte wurde nicht auf den neusten Stand gebracht und unterstützt somit kein Core-Image, welches für dafür optimierte Programme für einen flüssigen Ablauf wichtig wäre (Mac OS X, Final Cut, neu Aperture). Der einzige verbleibende Vorteil gegenüber den grösseren Modellen ist seine kompakte Bauform. Schade Apple! Wenigstens ist der Preis allgemein, wenn auch auf hohem Niveau gleich geblieben.
Die andere Hardwarevorstellung betraf die erneuerten Powermac-Reihe. Diese Modellpflege enthält eine von vielen lang ersehnte Erneuerung: Dual-Core Prozessoren. Apple verbaut schon seit langem in gewisse Modelle zwei Prozessoren, welche dann parallel laufen. Dies ermöglicht dem Computer, Prozesse entweder vom einen oder anderen Prozessor erledigen zu lassen. Diese Rechner bieten nicht einfach nur die doppelt Power, sondern haben die wertvolle Fähigkeit, diese Power intelligent auf verschiedene Arbeitsprozesse zu verteilen. Dual Prozessoren sind nun nicht einfach zwei aufgelötete Prozessoren auf einer Platine, sondern es handelt sich eigentlich um einen Prozessor, welcher zwei Gehirne (zwei Prozessorkerne) besitzt. Der Vorteil dieser Bauweise ist, dass der Prozessor an sich kompakter ist, aber auch die Verbindungswege zwischen den Prozessoren sind kürzer und damit auch die Arbeitsabläufe. Viele Profis erhoffen sich nun schnellere Modelle, obwohl die Taktrate nicht wesentlich erhöht werden könnten. Gerade für schnelle Grafikprozesse, wie sie in der Videoverarbeitung gebraucht werden, ist dies dringend nötig. Das Spitzenmodell hat sogar vier Kerne und damit die Kraft von vier Herzen. Wie sich diese Entwicklung rein praktisch niederschlägt, werden erste Tests zeigen. Vielversprechendes ist bereits zu hören. Allerdings richten sich die Preis eher für Profis. Das kleinste Modell kostet mit knapp 3000 Franken so viel wie ein komplett ausgebauter iMac mit 20″-Bildschirm.
Aperture ist eine neu vorgestellte Software von Apple, welche es Fotografen ermöglicht, ihre RAW-Fotos schnell und unkompliziert zu bearbeiten. Schnell und flüssig funktioniert nach meinem Augenschein die ganze Angelegenheit nur dann, wenn man über einen neuen Powermac mit Dual-Core-Prozessor, aktuellster Grafikkarte und reichlichem Arbeitsspeicher verfügt. Gerade das neuvorgestellte 12″-Powerbook scheitert an diesen Vorgaben. Nach ersten Reaktionen zu urteilen, bekunden viele Interesse an dieser Software. Für Bildbearbeiter scheint Aperture keine Photoshop-Ersatz zu sein, sondern eher eine praktische 480€ teure Ergänzung, welche eine rasche RAW-Sichtung, Bildkorrektur und allgemein eine sehr gute Archivierung der Bilder verspricht.
Punktemarkierungen bei Farblaserausdrucken

(Bild von eff.org – Eine 60-fache Vergrösserung eines Ausdrucks. Gelbe Punkte sind fast nicht sichtbar.)
Gewisse Farblaserdrucker markieren jeden Ausdruck mit einem Code, der in Form von gelben Punkten aufs Papier gebracht wird. Diese Punkte sind von Auge nicht oder kaum sichtbar. Weiss man jedoch, wie diese Punkte zu lesen sind, kann man herausfinden, auf welchem Gerät das betroffene Blatt ausgedruckt wurde. Die Seriennummer des Gerätes, das Druckdatum und die Uhrzeit des betreffenden Dokuments wird zweifelsfrei in diesen Punkten festgehalten. Da viele Gerätebesitzer ihr Gerät brav beim Hersteller registrieren, kann dieser leicht herausfinden, wo das Gerät steht und wer es besitzt und legt über Kundenbestände eine Datenbank an. Ich selbst bekam von Epson nur dann eine einjährige Vor-Ort-Garantie für mein Neugerät zugesprochen, wenn ich das Gerät bei ihnen registriere. So lange diese Angaben beim Hersteller bleiben, habe ich kein Problem mit dieser Politik. Nur hat die Vergangenheit durchaus gezeigt, dass gerade ausländische Firmen, wegen fehlenden oder ungenügenden Datenschutzgesetzen mit persönlichen Daten nicht gerade zimperlich umgehen.
Laut Druckerhersteller wurde diese Funktion auf Bitte der US-Regierung implementiert, damit Dokumente (Geld, Ausweise, usw.) weniger gut gefälscht werden können. Natürlich lässt sich dieses Punkte-System noch besser für Spionagezwecke missbrauchen. Da jedes Dokument einen zweifelsfreien “Fingerabdruck” erhält, kann man den Ursprung eines Ausdrucks ohne Weiteres eruieren. Kein mühsames Herausfinden darüber, auf welcher Schreibmaschine ein Text getippt wurde, auf welches Papier geschrieben wurde und wie die Briefmarke raufgeklebt wurde. Nein, heute geht das einfach, schnell und günstig – und ohne Polizei. Riesige Datenbestände werden durch intelligente Software auf dem neusten Stand gehalten und Informationen automatisch in eine logische Ordnung gebracht. Wer denkt im Datenmeer einfach versinken zu können (“Ich bin ein zu unbeschriebenes Blatt und gehe in den Datenmengen unter!”), ist reichlich naiv. Die selbe Entwicklung wurde schon erfolgreich bei elektronischen Daten (Kundenkarten, Officedokumente, PDF, Musikdateien, Internet allgemein, usw.) in Gang gesetzt. Probleme mit den Datenmengen gibt es nicht. Einzelne, genau abgesteckte Interessgruppen können leicht ausfindig gemacht werden. Konsumenten sind über solche Datenspeicher-Nebeneffekte meist nicht informiert oder schlimmer, es ist ihnen egal.
Welche Folgen aber diese Papiermarkierungen haben könnten, steht bei www.aclu.org beschrieben. Dort wird berichtet, dass das FBI bereits 1100 Blätter mit Punktemarkierungen gesammelt habe. Darunter sind aber nicht wie erwartet Ausdrucke von Terrororganisationen zu finden, sondern auch von der bekanntlich gewaltfreien Organisationen Greenpeace. Warum die Bundespolizei diese Dokumente sammelt, ist nicht bekannt.
Im letzten Sommer berichtete auch heise.de über die Spionage per Farblaser-Ausruck und die Bemühungen, Beweise dazu zu finden. Nun schreibt die Eff.org über erste Erfolge bei der Entschlüsselung dieser Codes. Auf der Webseite sind unter anderem Bilder und Erklärungen zu finden, wie der Code angebracht wird und wie die Punkte angeordnet sind.
Welche Geräte im Moment von dieser Funktion betroffen sind, kann auf diesem Link eingesehen werden. Allerdings wird festgehalten, dass auch andere Gerät betroffen sein könnten. Schliesslich sind die Hersteller ja dazu verpflichtet. Nur wisse man eben nicht, wie dort die Markierung angebracht wird und funktioniere.

(Dieses Bild von eff.org zeigt das Bild eine weiteres Mal vergrössert. Das Blatt wurde von einem Licht hintergrundbeleuchtet, damit man die Punkte (nun schwarz) besser erkennt. Dies wurde mit einem Marker gelb hervorgehoben und das Erkennungsmuster darüber gelegt.
Wer jetzt denkt, man kann eh nur durch grossen Aufwand herausfinden, wem ein Ausdruck zuzuordnen ist, wird sich wundern. Der Händler oder die Servicestelle notiert sich bei Verkauf und Garantieabschluss von allen Geräten die Seriennummer und natürlich die Adresse des Kunden. Dies wird meistens auch auf dem Rechnungs- und Garantieschein vermerkt. Damit möchte sich eine Firma auch gegen “Garantiebetrügereien” schützen. Der Importeur selber wacht darüber, wohin einzelne Geräte verschifft werden. Wenn also ein Individuum, Firma oder Organisation anhand eines Mediums, wie hier bedrucktes Papier, identifiziert werden muss, ist dies ohne weiteres für Staatsorgane oder finanzstarke Unternehmungen dank Kundenbindungssysteme einfach möglich. Die Vorarbeit für die Absenderidentifikation wurde gemacht. Es braucht nur noch Zugang zur Datenbank oder noch besser, man versucht die fremde Datenbank mit der eigenen zu vernetzen. Das Interesse muss genügend gross sein, um wirklich auf die Daten zugreifen zu wollen. Den Aufwand muss man heutzutage nicht mehr scheuen.
Es bleibt abzuwarten, wie die Entwicklung weitergeht. So lange der Rechtsstaat garantiert ist, sehe ich keinerlei Probleme. Andere Länder mit weniger Freiheiten frohlocken natürlich über die immer einfacheren und dichteren Hilfsmittel, um Oppositionelle oder andere störende Elemente zu überführen. Allerdings glaube ich nicht, dass eine Terrororganisation mit solchen Mitteln überführt werden kann. Diese lesen wie ich Internetseiten von Bürgerrechtsorganisationen und reagieren im Gegensatz zur Allgemeinheit prompt auf Empfehlungen.


