
Mit “Million Dollar Baby” ist Clint
Eastwood ein unglaublich mitreissender, packender und dramatischer Film
gelungen. Der Film behandelt die Geschichte von drei Persönlichkeiten die
mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben. Franky Dunn (Clint Eastwood) hat
im Laufe seiner Karriere viele Box-Talente betreut. Neben dem Boxtraining
scheint er nur eine Tätigkeit zu kennen. Er schreibt unablässig Briefe
seiner Tochter, die aber nichts mit ihm zu tun haben möchte. Nur ein Freund
steht Franky zur Seite. Es ist Eddie Scrap-Iron Dupris (Morgen Freeman), der
seit Jahren mit ihm die Boxhalle schmeisst. Die beiden alternden Männer
meckern miteinander, das es eine Freude ist zuzuhören. Doch die
Vertrautheit zueinander ist immer spürbar.
Eines Tages steht plötzlich Maggie
Fitzgerald (Hilary Swank) in der Halle und möchte unbedingt Franky als
Trainer haben. Dieser reagiert anfänglich ablehnend gegenüber dieser
Frau, die eine Boxkarriere starten möchte. Mit der Zeit erkennt aber Franky
den unglaublichen Willen und Stärke Maggies und entschliesst sich, trotz
Bedenken, die Sportlerin zu fördern. Eine vielversprechende Karriere
beginnt…
Obwohl es in diesem Film
ums Boxen geht, spielt sich der Hauptteil des Films neben dem Ring ab. Es geht
vor allem darum, wie sich die drei Hauptpropagandisten ihren persönlichen
Dämonen stellen. Die Dialoge sind stark, teilen viel mehr mit und aus, als
das Geschehen im Ring. Persönliche Abgründe werden zugeschüttet,
aber neue reissen mit unverminderter Härte auf. In diesem Film geht es um
Schuld, Mut, Vertrauen und den Fluch unglaublich harte Entscheidungen treffen zu
müssen.
Ob der Film den Oscar
für den besten Film bekommen sollte? Ich denke nein. Der Film ist spitze.
Die Rollen wurden gut ausgesucht und gespielt. Die Geschichte wird glaubhaft und
packend erzählt. Aber der Film als Ganzes zeigt für mich nicht etwas
Neues auf. Er ist zeigt, wie brutal und hart das Leben mitspielen kann, auch
wenn die Voraussetzungen optimal scheinen. Eastwood versteht es ausgezeichnet
mit Filmklischees zu spielen. Er verpackt sie neu und bringt sie ausgesprochen
gekonnt an die richtige Stelle. Aber reicht das für den Oscar? Eigentlich
ist dies Frage egal. Der Film ist gut. Ich lege ihn jedem ans Herz.