Der
Film über das Leben von Ray Charles ist hervorragend. Dass der Film
über zwei Stunden dauert, spürte ich nicht. Der Einstieg in den Film
ist nicht jedermanns Sache. Schnelle Zeitsprünge fordern heraus. So wird
eine Szene aus den Kinderjahren Rays gezeigt, um bald wieder zu einer
späteren Situation, wo er bereits als junger Mann auf einen Bus wartet, zu
wechseln. Mit der Zeit bekommt die Geschichte aber einen Rhythmus und wird nach
einer halben Stunde nur noch selten in Sprüngen erzählt. Ray, gespielt
von Jamie Foxx, kommt unglaublich überzeugend herüber. Aber auch
andere Darsteller übte auf mich ein grosse Wirkung aus. So hat mir vor
allem auch die Mutter Rays gefallen, die ein unglaublich hartes Leben zu
führen hatte.
Obwohl Ray selbst
den Segen für das Drehbuch gab, bin ich überrascht, wie kritisch der
Film über das Leben des Musikers berichtet. Für mich unbekannte
Facetten kamen hervor. Dass Ray Charles ein Frauenheld war, ist weiter nicht
überraschend. Die Art und Weise wie er seine Eroberungen machte, ist
witzig. Seine Heroinsucht und sein schwieriges Verhältnis zur eigenen
Familie wird in gleicher, ehrlicher Weise recht drastisch aufgezeigt und
lässt erahnen, wie schwer der virtuose Pianist oft mit sich und der Welt
haderte.
Ray ist ein absolut
empfehlenswerter Film. Nicht nur Musikfans kommen bei diesem Streifen auf ihre
Rechnung.
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