[Aktualisiert 4.2.10]
Die Lektüre dieses Heise-Artikels gab mir nun doch ziemlich zu denken. Um was geht es? Wer beispielsweise die Facebook-iPhone-Applikation benutzt, kann das Telefonadressbuch mit Facebook synchronisieren lassen.

Zwei Bespiele: Eine Person X habe ich als “Freund” in meinem Facebook-Profil. Die selbe Person X ist auch in meinem Telefonadressbuch gelistet. Nun werden alle Daten von Facebook abgeglichen. Geworben wird damit, dass so beispielsweise das Profilbild automatisch hinzugefügt wird, Wohn- und Arbeitsadresse, Telefonnummern, Mailadressen, Geburtsdatum und alle anderen Angaben wie Arbeitsort, Arbeitgeber usw auch. Alles hübsch bequem, oder? Dumm nur, wenn X gar nicht möchte, dass Facebook über alle diese Daten von ihm nun weiss…

Es wird aber noch toller. Hier Beispiel 2:  Nehmen wir an, auch Person Y ist in meinem Adressbuch gespeichert. Selbstverständlich mit allen oben genannten Daten. Nur: Y hat gar keinen Facebook-Account. Facebook übernimmt nun auch diese wertvollen Infos von Y gerne. Y wird gelistet und mit verschiedenen Profilen vernetzt. Y wird also in Zukunft feststellen, dass er laufend Informationen zu Einladungen und Gruppenaktivitäten erhält. Dies ohne Mitgliedschaft.  Ja, und gefragt, ob Y auch damit einverstanden ist, wird in diesem Fall nicht.

Hiermit verliert jeder Benutzer die Kontrolle darüber, welche Daten über ihn gespeichert werden können und welche nicht. Ein “Freund”, der nichts zu verbergen hat, genügt und jede Privatsphäre ist hin.

Dieser Umstand zeigt auf, wie wichtig gesamteuropäische Datenschutzgesetze wären. Vor allem müssten diese griffig und unmissverständlich sein. Eine solches iPhone-Programm dürfte es meines Erachtens gar nicht geben. Ich bin sogar dafür, dass Unternehmen wie Facebook, die so handeln oder in diesem Fall durch verantwortungslose User handeln lassen, sogar abgeschaltet werden müssten.