Noch am 6. Januar liess Toshiba ausrichten, dass durch den Wechsel Warners zum Blu-RayLager keine Verluste eingetreten sind. Gestern ging es dann plötzlich schnell. Zuerst wurde morgens eine Meldung publik, dass der grösste Einzelhändler WalMart die HD-DVD aus dem Sortiment nehmen wird. Am Abend wurde durch die Reuters bekannt gemacht, dass sich Toshiba aus dem HD-DVD-Geschäft zurückziehen wird.


Somit ist der HD-Formatkrieg wohl gelaufen. Für die Konsumenten bedeutet dies nun, dass sie wohl ohne grösseres Risiko auf Blu-Ray zugreifen können. Allerdings kosten Abspielgeräte zur Zeit noch ungemein mehr als DVD-Player. Das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet zurzeit Sonys Playstation 3. Neben einer hochleistungsfähigen Spielkonsole hat sie einen qualitativ guten Blu-Ray-Player mit 1080p-Ausgabe an Board. Es wird aber nicht mehr lange dauern, bis sich auch hier der Markt in Richtung tiefere Preise bewegen wird.


Was ist mit den Filmen selbst? Blu-Ray-Filme selber kosten in der Regel mehr als 10 Franken mehr, als der selbe Film im DVD-Format. Auch ist das Angebot bei weitem noch nicht so vielfältig wie bei der DVD. Blu-Ray-Filme sind ungemein aufwändiger zu produzieren. Vor allem älteres Filmmaterial muss aufwändig restauriert und von der Auflösung hochskaliert werden. Ohne diesen zusätzlichen Aufwand würde man keinen Unterschied zur DVD oder gar zur alten VHS-Kassette sehen. Gerade ältere Fernsehserien wurden nie in HD abgedreht. Somit ist es eher unwahrscheinlich, dass man wirklich je einen grossen Qualitätssprung sehen wird. Ich habe selber Dutzende von gekauften DVDs die eine grausame Bildqualität aufweisen. Darunter sind auch millionenschwere Hollywoodproduktionen wie “The Abyss” oder “The Hunt for red October”. Einzelne Produktionen werden aber mit Sicherheit aufwändig aufs neue Blu-Ray-Format getrimmt. Jedoch wird man von Fall zu Fall noch lange auf die DVD zurückgreifen müssen.


Heute ist eh fraglich, ob man für die Blu-Ray wirklich einen Mehrwert erhält. Dies hängt vor allem vom heimischen Abspielequipment ab. Nur mit einem Flachbildschirm oder einem Projektionsgerät der neusten Generation kann man die vorzügliche Bildqualität einer Blu-Ray-Disk voll ausschöpfen. Will heissen: Ein Panel mit 1080p-Ausgabe, welches über ein sehr teures HDMI-Kabel mit dem Abspielgerät verbunden ist und ein Digitalreceiver für die Tonsignalaufbereitung sind absolutes Muss. Doch auch dies bedeutet nicht in jedem Fall bildruckelfreies Heim-Kino, da viele Hersteller noch mit Softwareproblemen zu kämpfen haben.


Mit dem Entscheid, dass sich Toshiba von der HD-DVD abwenden wird, ist ein wichtiger Schritt gefallen, damit ein Nachfolger der DVD gefunden werden kann. Für den Konsumenten bedeutet dies aber vorerst wenig. Er kann weiterhin DVDs kaufen. Diese werden auch bei einem allfälligen Wechsel zu Blu-Ray noch abspielbar sein. Mit der Zeit werden sicher auch neue Gerätegenerationen kommen, welche preiswerter sein werden und einen Wechsel nicht zu sehr verteuern. Auch ist es zu hoffen, dass die Blu-Ray-Medien bald günstiger werden.


Ich werde noch zuwarten und schauen, wie sich der Markt entwickeln wird. Auf jeden Fall gibt es schon den einen oder anderen Film auf den ich schon sehr gespannt bin, ihn hochauflösend sehen zu können.


Update:

Toshiba hat nun offiziell angekündigt, die HD-DVD nicht mehr weiterzuführen. Der Format-Krieg ist nun entschieden. Erste Stimmen meinen nun, dass die Blu-Ray nicht günstiger, sondern vielmehr teurer wird, da keine Konkurrenz mehr da ist. Es kann also noch ein paar Monate dauern, bis günstige Angebote da sein werden. Dies ist aber reine Spekulation.